Rohbau und Verputzarbeiten in Bad Aibling: Worauf es wirklich ankommt

Rohbau und Verputzarbeiten in Bad Aibling
- Kurz zusammengefasst
- Was zum Rohbau gehört
- Warum wir massiv mit Ziegel bauen
- Baugrund im Mangfalltal
- Fehler, die erst Jahre später auffallen
- Welcher Putz in welchen Raum gehört
- Der richtige Zeitpunkt fürs Verputzen
- Häufige Fragen
Rohbau und Putz kurz zusammengefasst
Im Rohbau entscheidet sich, wie gut ein Haus später dämmt, wie dicht es ist und ob der Keller trocken bleibt. Was hier schiefgeht, lässt sich nach dem Innenausbau nur mit großem Aufwand reparieren. Der Putz sieht nach Kosmetik aus, ist im Massivbau aber die luftdichte Schicht des Hauses.
- Vor dem ersten Spatenstich gehört der Baugrund geprüft. Im Mangfalltal ist das kein Formalismus.
- Monolithisches Ziegelmauerwerk erfüllt bei passendem Ziegeltyp und ausreichender Wandstärke die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes ohne außen aufgeklebte Dämmplatten.
- Der Innenputz bildet die luftdichte Ebene. Er muss lückenlos bis zur Rohdecke und hinter jede Vorwandinstallation reichen.
- Lehm-, Kalk-, Kalkzement- und Gipsputz haben jeweils ihre Stärken. Welcher passt, hängt mehr vom Raum ab als von der Optik.
- Putz braucht Standzeit. Wer drängt, bekommt Risse.
Was zum Rohbau gehört
Zum Rohbau zählt alles, was das Haus trägt und nach außen abschließt, bevor Installationen und Ausbau beginnen. Bei einem Einfamilienhaus in Massivbauweise sind das im Kern diese Arbeiten:
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Bauabschnitt |
Was gemacht wird |
Worauf Sie achten sollten |
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Erdarbeiten und Gründung |
Aushub, Fundamente oder Bodenplatte, Abdichtung gegen Bodenfeuchte |
Die Abdichtung muss zur Wasserbelastung im Boden passen. Bei drückendem Grundwasser reicht ein Anstrich nicht. |
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Keller |
Wände und Decke aus Beton oder Mauerwerk, bei Grundwasser als wasserundurchlässige Betonkonstruktion („weiße Wanne“) |
Fugenbänder und Leitungsdurchführungen sind die Schwachstellen. Sie gehören vor dem Betonieren geprüft. |
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Mauerwerk |
Außen- und Innenwände, Stürze über Fenstern und Türen |
Maßhaltigkeit. Was die Wand an Ebenheit nicht mitbringt, muss später der Putz ausgleichen. |
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Decken und Treppen |
Stahlbetondecken, Ringanker, Treppenläufe |
Aussparungen für Lüftung, Kamin und Leitungen müssen vor dem Betonieren feststehen. Nachträgliches Bohren schwächt die Decke. |
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Dachstuhl und Kamin |
Zimmererarbeiten, Schornstein |
Je nach Vertrag gehört das Dach zum Rohbau oder ist ein eigenes Gewerk. Klären Sie das im Angebot. |
Zwei Rohbauangebote lassen sich nur vergleichen, wenn der Umfang gleich ist. Prüfen Sie deshalb, ob Erdarbeiten, Gerüst, Kellerabdichtung und Dachstuhl enthalten sind.
Warum wir massiv mit Ziegel bauen
Für die Außenwände setzen wir auf Ziegel. Moderne Hochlochziegel mit Dämmstofffüllung erreichen in ausreichender Wandstärke die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes allein, ohne dass außen Dämmplatten aufgeklebt werden. Die Wand besteht dann aus einem Material. Das vereinfacht die Anschlüsse an Fenster und Decken, und es entsteht keine Schicht aus Polystyrol, die nach Jahrzehnten als Sondermüll entsorgt werden muss.
Kalksandstein ist die Alternative. Er ist schwerer, trägt mehr und dämmt Schall besser, deshalb ist er bei Wänden zwischen Doppelhaushälften oft die bessere Wahl. Als Außenwand braucht er aber immer eine zusätzliche Dämmschicht. Welcher Stein wohin gehört, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen anhand von Statik, Schallschutz und Energiestandard. Mehr dazu auf unserer Seite zum Neubau in Ziegelbauweise.
Baugrund im Mangfalltal: Erst prüfen, dann planen
Bad Aibling ist nicht ohne Grund Moorheilbad. Im Mangfalltal gibt es Lagen mit weichen, organischen Böden und Lagen mit hohem Grundwasserstand. Davon hängt ab, ob eine einfache Bodenplatte genügt, ob tiefer gegründet werden muss und wie ein Keller abgedichtet wird.
Ein Baugrundgutachten kostet einen Bruchteil dessen, was eine Nachgründung oder ein dauerhaft feuchter Keller kostet. Wir empfehlen es vor jeder Planung, auch wenn das Nachbarhaus seit Jahrzehnten problemlos steht. Böden ändern sich manchmal schon auf wenigen Metern.
Fehler im Rohbau, die erst Jahre später auffallen
Abdichtung, die nicht zur Wasserbelastung passt. Die Norm DIN 18533 unterscheidet, ob Wasser nur als Bodenfeuchte ansteht oder gegen die Wand drückt. Wird die Belastung falsch eingeschätzt, zeigt sich das oft erst nach dem ersten nassen Frühjahr im Keller.
Mauern bei Frost. Mörtel darf nicht gefrieren, solange er abbindet. Unter +5 °C braucht es Schutzmaßnahmen nach Vorgabe des Herstellers oder eine Pause. Frisch gemauerte Wände werden abgedeckt, damit kein Regen in die Lochziegel läuft.
Zu wenig Zeit zum Austrocknen. Nach Rohbau, Putz und Estrich stecken mehrere tausend Liter Wasser im Haus. Wird zu früh eingezogen und zu wenig gelüftet, sucht sich die Feuchte ihren Weg, häufig als Schimmel hinter Möbeln an Außenwänden.
Ungenaue Maße. Fenster, Türen und Treppen werden nach dem Rohbau aufgemessen und bestellt. Weicht eine Öffnung stärker ab als die Toleranzen nach DIN 18202 erlauben, muss nachgearbeitet werden. Das kostet Zeit und verschlechtert im schlimmsten Fall den Fensteranschluss.
Verputzarbeiten: Welcher Putz in welchen Raum gehört
Innenputz gleicht Unebenheiten aus, nimmt Leitungen auf und prägt das Raumklima. Außenputz schützt das Mauerwerk vor Schlagregen. Welcher Putz sich eignet, richtet sich nach dem Raum:
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Putzart |
Stärken |
Grenzen |
Typischer Einsatz |
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Lehmputz |
Nimmt Luftfeuchte schnell auf und gibt sie wieder ab, ohne chemische Zusätze |
Nicht wasserfest, empfindlicher gegen Stöße, trocknet langsamer |
Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnräume |
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Kalkputz |
Diffusionsoffen, durch seine Alkalität schimmelhemmend |
Weniger glatt als Gipsputz, verlangt erfahrene Verarbeiter |
Wohnräume, Treppenhaus, Altbausanierung |
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Kalkzementputz |
Robust und feuchtebeständig |
Härter und weniger feuchteregulierend als Lehm oder Kalk |
Bad, Küche, Keller, Technikraum |
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Gipsputz |
Sehr glatte Oberfläche, schnell verarbeitet |
Verträgt keine dauerhafte Durchfeuchtung |
Wohnräume und Flure, mit geeignetem Produkt auch häusliche Bäder und Küchen |
In vielen Häusern ist eine Kombination sinnvoll: Lehmputz in den Räumen, in denen Sie die meiste Zeit verbringen, Kalkzementputz in Bad und Technikraum. So wirkt der Lehm dort, wo er das Raumklima spürbar verbessert, und kommt nicht mit Spritzwasser in Berührung.

Außenputz auf Ziegel. Auf hochwärmedämmendem Ziegel gehört ein mineralischer Leichtputz. Ein zu harter Putz auf einem weichen Untergrund reißt. Die Ziegelhersteller geben dafür abgestimmte Putzsysteme vor, und an diese Vorgaben hängt auch die Gewährleistung.
Der richtige Zeitpunkt fürs Verputzen
Innenputz kommt, wenn die Fenster eingebaut und die Leitungen für Elektro, Heizung und Sanitär verlegt sind, und in der Regel vor dem Estrich. So reicht der Putz bis auf die Rohdecke und schließt die Wand luftdicht ab. Hier zeigt sich, ob das Haus den Blower-Door-Test besteht: Jede unverputzte Fläche hinter einer Badinstallation oder einem Einbauschrank ist eine Leckage, durch die warme Raumluft in die Wand zieht.

Außenputz wird in zwei Lagen aufgetragen. Der Unterputz braucht vor dem Oberputz Standzeit, als Faustregel einen Tag pro Millimeter Putzdicke. Verarbeitet wird erst ab +5 °C, nicht bei Nachtfrost und nicht in praller Sonne. Wer hier aus Termingründen drängt, sieht die Folgen später als Risse in der Fassade.

Sie planen einen Neubau in Bad Aibling, Rosenheim oder im Mangfalltal? Sprechen Sie mit Dipl.-Ing. Matthias Ludwig über Baugrund, Wandaufbau und Putz, bevor die ersten Angebote auf dem Tisch liegen. Wie wir dabei vorgehen, lesen Sie unter Ablauf und Beratung.
Häufige Fragen zu Rohbau und Putz
Ja, mit Vorkehrungen. Mörtel darf beim Abbinden nicht gefrieren. Unter +5 °C braucht es Schutzmaßnahmen nach Vorgabe des Herstellers, bei Dauerfrost ruht die Baustelle. Oft ist Regen das größere Problem: Nasse Lochziegel trocknen nur langsam aus, deshalb werden Wände und Mauerkronen abgedeckt.
In Bereichen ohne Spritzwasser ja, etwa an der Decke und an Wänden außerhalb von Dusche und Wanne. Dort puffert der Lehm die Feuchte nach dem Duschen gut. Direkt an Dusche, Wanne und Waschbecken gehört eine wasserfeste Oberfläche, zum Beispiel Fliesen auf Kalkzementputz.
In der Regel vorher. So reicht der Putz bis auf die Rohdecke und schließt die Wand luftdicht ab. Der Estrich wird anschließend mit einem Randdämmstreifen gegen die verputzte Wand gesetzt.
Beides ist möglich. Wir übernehmen den Rohbau und auf Wunsch das ganze Haus schlüsselfertig, mit einem festen Ansprechpartner von der Planung bis zur Übergabe.